Tenet

Tenet ★★★½

This review may contain spoilers. I can handle the truth.

This review may contain spoilers.

ACHTUNG SPOILER!!!!! ACHTUNG SPOILER!!!!!
So, nun zum zweiten Mal gesehen, zwar immer noch nicht ganz verstanden, aber ich wage mich mal ein vorsichtiges Urteil!
Die Idee, dass zwei Zeitzonen irgendwie aufeinanderprallen und die Akteure sich das zunutze machen, um ihre jeweiligen Ziele/Aufgaben zu erfüllen, fand ich interessant, auch wenn es nach der Zweitsichtung immer noch konfus bleibt - aber vielleicht klärt sich dieser Sachverhalt bei der dritten Sichtung auf, wenn ich über Vor- und Rücklauf-Funktion verfüge und dadurch jede einzelne Szene von vorne nach hinten und von hinten nach vorne anlaysieren kann!
Abgesehen von diesem Gimmick kann man die Story von TENET als eine Art James Bond mit Zeitreiseelemente beschreiben:
Andrei Sator (Kenneth Branagh) - ein milliardenschwerer Waffenhändler, der die gesamte Welt mit in den Tod reissen will, weil niemand die Welt besitzen darf, wenn er sie nicht haben kann - könnte nämlich tatsächlich aus dem 007-Universum kommen (und vielleicht ist es auch so^^), nur in 007-Filmen sind die Schurken meistens deutlich besser gecastet als in TENET, denn Kenneth Branagh funktioniert in dieser Rolle überhaupt nicht! - allerdings liegt das nicht nur an Ihm - denn er gibt schließlich sein bestes, nur passt die Rolle eben nicht zu ihm -, sondern auch an dieser raschen Erzählweise und der fehlenden Dramaturgie.
Leider ist Andrei Sator (Kenneth Branagh) nicht das einzige Problem, denn seine Frau Kat (Elizabeth Debicki) funktioniert ebenfalls nicht so richtig - ihre Rolle an sich ist schon interessant, aber sie wirkt viel zu unterkühlt bzw. fast schon apathisch, und zudem finde ich ihre finale Reaktion, ihren Mann umzubringen, weil sie es nicht ertragen könnte, ihn im Glauben zu lassen, dass er sein Ziel erreicht hat, einfach nur dumm, und dass die Aktion zudem noch so unterkühlt rübergebracht wird, gibt dem Ganzen den Rest!
Die Kulissen finde ich jetzt auch nicht allzu beeindruckend, und der Score erfüllt zwar größtenteils seinen Zweck, bleibt aber - mal abgesehen von dem Song in den Credits - auch nicht lange im Gedächtnis.
Was mich aber - neben Kenneth Branagh - am meisten stört, ist das rasche Erzähltempo, das mitunter seine eigene Dramaturgie abhängt: also Christopher Nolan's Filme sind allgemein bekannt dafür, dass sie nicht im Schritttempo fahren, aber TENET tritt von Anfang kräftig auf's Gaspedal, sodass man von einer Szene zur anderen jagt und dabei in windeseile eine Gruppe von Nebenfiguren vorgestellt bekommt.
Hört sich alles sehr schlimm an, aber ich hatte trotzdem meinen Spaß mit TENET: Die Chemie zwischen Neill (Robert Pattinson) und dem Protagonisten (John David Washington) hat jetzt beim zweiten Mal besser funktioniert; die Actionszenen am Anfang in der Oper und später auf der Autobahn sind fantastisch; ich mochte den Handlungsrahmen an sich auch, er hat eben nur, wie erwähnt, viele Probleme in der Umsetzung und das Ende, das eventuell sogar ein
Prequel/Sequel/Spin-Off/Reboot oder eine Mischung anteasert, finde ich auch spannend.
Es ist auch nicht so, dass der Film zu irgendeinem Zeitpunkt langweilig wird - was auch nahezu unmöglich ist, da man vor allem in der zweiten Hälfte überwiegend damit beschäftigt ist, der Handlung zu folgen.
Also TENET ist per se kein schlechter Film, aber defintiv nichts für lineare Denker - und obwohl ich insgeheim jetzt nicht soooooooo viel erwartet (aber erhofft) hatte, war das für mich, als Nolanfan, alles sehr ernüchternd.
Bisher sein schwächster Film!

Block or Report

Christian liked these reviews

All