Spiderhead

Spiderhead ★★

Die Liste wird weiterhin ausgefüllt, Lückenfüller für größere Projekte und Schauspieler, vergeudet an eine undurchdachte Produktion. Spiderhead reiht sich unmittelbar in die Reihe der Netflixproduktionen dieser Art, um dem Zuschauer eine interessante Prämisse vorzugaukeln, welche in völliger Belanglosigkeit verpufft. Dieses Werk ist weder spannend, noch clever, noch ausgearbeitet. Dem Zuschauer wird, wie so oft, eine leere Hülle so schmackhaft wie möglich gemacht. Schauspieler, die verlockend, treffen auf eine Produktion, der es an Leidenschaft mangelt. Ein Paradebeispiel, was in der Nische Film auf Netflix, in großen Teilen, schief läuft.

Ein Handlungsapekt, der für Interesse sorgt - Eine grauenhafte Inszenierung. Wieder einmal, fehlt der Bezug zum Genre. Der Film versucht spannend zu wirken, braucht dafür jedoch zu lang im Aufbau, weshalb ihm dieser wichtige Punkt überhaupt nicht gelingt. Der Aufbau des Films beweist, dass der Film sich in seiner Handlung
viel zu Ernst nimmt, um eine moralische Frage aufzuwerfen, die am Ende des Films plump beantwortet wird. Aus der Prämisse, inwiefern eine solche Technologie schadet, wurde auf das Minimum begrenzt. Dadurch, dass die Gesamtlaufzeit nicht an der 2-Stundengrenze kratzt, wirkt der Anfang deutlich zu lang gezogen. In läpischen Dialogfetzen wird die Handlung die meiste Zeit von selbst erklärt, weshalb nachdenken gar verweigert wird. Die Figuren sollen tragisch und von einem moralischen Dilemma geplagt, dargestellt werden, ihre Beziehungen zueinander und wie diese an diesen Ort gehalten werden, wirkt blass und gehetzt. Der Film kann sich regelrecht nicht entscheiden, ob er ein Drama, eine Komödie, eine Geschichte um ein Mysterium, oder eine Moralhandlung bilden möchte. Dafür ist der dramatische Aspekt in zu kurzen Flashbacks abgearbeitet, die Dialoge zu unlustig und konstruiert und die Spannungserzeuger zu spannungsarm, um eine komplexe Handlung zu postulieren. Die eigentliche Moral und Prämisse bildet im Kern eine äußerst faszinierende Möglichkeit, welche in Form von Ausnutzung und Ausarbeitung, zu einem starken Film mutieren hätte werden können. So bleibt Spiderhead am Boden gekauert, am Potenzial beraubt und bemüht sich eher, seine Zeit mit unnützen Wiederholungen und unpassenden Dialogen zu stopfen.

Ein Aufbau, der ins Nichts führt. Da, wo der Anfang ansetzt - gewitzt, aber mysteriös - wird der Zuschauer im zukünftigen Verlauf von Belanglosigkeit geplagt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, dem Interesse, trostlos, ein Ende zu bereiten. Wie vorher bereits erwähnt, funktioniert der Film im erzählerischen Bereich überhaupt nicht. Alles am Aufbau wirkt bekannt und vorhersehbar, was primär, an den Figuren, welche mit schlechter Chemie kooperieren sollten (Das wird dem Zuschauer zumindest suggeriert, um sich an klassischen Klischees zu bedienen) liegt. Das allseits bekannte Problem, die Unstimmigkeit in der Wurzel, ist rückzuführen auf blanke Vereinfachungen einer skurrilen Geschichte. Die Folge daraus, ist das erhaltene Produkt - generisch, um einen bleibenden Eindruck missen zu lassen. Fokus, das Stichwort zu besserer Nutzung der Laufzeiten.

Kreativität und ein netflixtypischer, polierter Look Vereinen manifestieren sich in den Schauspielern. Der Film kann abseits von der Handlung, auch im visuellen Bereich kaum punkten. Der stereotypisch bekannte Look wird weiterhin gegeben, obgleich die Idee des Films durchaus anders, als gewohnt ist. Die Idee dessen, was die Prämisse verspricht, mithilfe von entwickelten Mitteln, die Möglichkeit zu besitzen Menschen gefügiger zu machen, was an Insassen eines speziell dafür konzipierten Gefängnisses getestet wird, bleibt dennoch, wie erwähnt, nahezu unberührt. Und selbst die äußerst populären Schauspieler können nur teilweise punkten. Die Performance von Chris Hemsworth beispielsweise, ist mit ernsthafter Perspektive deutlich zu drüber, was dem schnöseligen, verkörperte Geschäftsmann zu Gute kommt. Die anderen Schauspieler spielen, wie gewohnt ordentlich. Der Soundtrack besteht aus älteren Liedern, welche gelungen in das Geschehen eingebaut sind, um den Zuschauern eventuell Pluspunkte zu verschaffen. Eine entscheidende Frage bleibt jedoch bestehen. Warum sollte der Chef die Möglichkeit, das schlechte Mittel ebenfalls eingeflößt zu bekommen überhaupt in Erwägung ziehen. Weshalb nutzt er nicht nur die "positiven" Effekte, statt die geringe Wahrscheinlichkeit zu erlöschen, um große Teile der Handlung einfach zu verhindern?

Insgesamt ist Spiderhead der durchschnittliche Netfilxfilm, der für einen Abend sicherlich in Ordnung ist, sich aber schon klar unter den Durschnitt einordnet.

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